KI-Neandertaler mit Malcolm Werchota
KI-Neandertaler mit Malcolm Werchota · 27. Sept. 2026 · 33:59
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Österreich hat beschlossen, dass ein Bescheid künftig vollständig automatisiert ergehen darf. Kein Mensch schaut mehr drauf — und rechtsverbindlich ist er trotzdem.
Sonntags-Retro über vier Kontinente, und darunter läuft überall dieselbe Frage: wer darf eigentlich entscheiden?
In dieser Folge:
🌑 Österreich automatisiert den Bescheid (01:53) — am 23. September hat der Nationalrat die rechtliche Grundlage beschlossen, mit ÖVP, SPÖ und NEOS dafür, FPÖ und Grüne dagegen. Drei Dinge: Chatbots reichen Anträge für dich ein, bestimmte Verwaltungsfälle dürfen vollständig automatisiert erledigt werden, und No-Stop-Verfahren, bei denen der Staat gar keinen Antrag mehr braucht. Der Bescheid muss ausweisen, dass er automatisiert erstellt wurde. Ich finde das großartig.
🌑 Pentagon gegen Anthropic (07:16) — 200 Millionen Dollar Vertrag seit Juli 2025, dann sagte Anthropic: keine vollautonomen Waffen, keine Massenüberwachung von US-Bürgern. Washington holte ein Gesetz aus dem Zweiten Weltkrieg hervor und erklärte Claude zum Lieferkettenrisiko. San Francisco entschied im August für Anthropic, das Berufungsgericht am 25. September 2 zu 1 für das Pentagon.
🌑 Der Bundestag debattiert über KI (12:14) — am Freitag volle Debatte über KI-Sicherheit und Kontrolle. Die Grünen wollen schärfere Aufsicht und einen 100-Milliarden-Fonds, den niemand finanzieren kann. Mein Problem ist nicht die Debatte. Mein Problem ist, dass kaum jemand im Raum je einen Agenten aufgesetzt oder ein Dashboard gebaut hat.
🌑 China prüft die eigenen Rechenzentren (18:09) — die SASAC fragt seit Wochen bei staatlichen Rechenzentren nach, wie viel Broadcom-Technik dort steht. Antwort: bis zu 90 Prozent der Switches. Das ist kein Verbot, das ist Austausch Komponente für Komponente — und wo es noch kein chinesisches Teil gibt, kauft man deutsch, japanisch, französisch. Hauptsache nicht amerikanisch.
🌑 KI spart Zeit. Dein Chef nimmt sie dir wieder (21:22) — McDonald's sagt, das KI-Drive-in spart 50 Mitarbeiterstunden pro Restaurant und Woche. Korn Ferry hat 16.000 Berufstätige in 11 Märkten gefragt: 52 Prozent sagen, KI erhöht ihre Arbeitslast, 62 Prozent sagen, sie ist in zwei Jahren schwerer geworden, 44 Prozent fühlen sich überfordert. Und 80 Prozent der Chefs sagen, die Effizienz sei gestiegen. Beide Seiten haben recht.
🌑 Stanford löscht einen echten Studenten (26:42) — ein echtes Foto, ohnehin divers: ein Latino, eine Asiatin, ein Weißer. Durch die KI geschickt, um es "diverser" zu machen, war der Latino weg und an seiner Stelle eine erfundene schwarze Frau. Ramirez sagt, Stanford habe ihn ausradiert. Zwei Studenten haben 10.000 Fotos von 165 US-Unis analysiert: die Werbung passt nie zur echten Studentenschaft. KI hat das nicht erfunden. KI industrialisiert es.
🧵 Der rote Faden (30:46) — kartiert nicht eure Tools, kartiert eure Entscheidungen. Darf Copilot genehmigen, ablehnen, senden, kaufen? Und wenn ein Prozess sechs Stunden spart: geht dann wirklich jemand sechs Stunden früher heim?
Sucht euch diese Woche einen Prozess, bei dem KI echte Zeit gespart hat, und gebt diese Zeit der Person zurück, die sie gespart hat.
📱 Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904
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