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Woop! Woop! Zuerst spreche ich heute gemeinsam mit Helena Steinhaus und Claudia Cornelsen über ihr Buch „Es braucht nicht viel. Wie wir unseren Sozialstaat demokratisch, fair & armutsfest machen" (S. Fischer, 2023). Die beiden Vorständinnen des Vereins Sanktionsfrei rechnen ab — mit Hartz IV, mit dem Bürgergeld, das kaum besser ist, und mit den populistischen Erzählungen über Armut, die fern jeder Evidenz liegen. Jedes fünfte Kind wächst in Armut auf. Jede dritte Alleinerziehende ist auf Transferleistungen angewiesen. Millionen Aufstocker brauchen trotz Vollzeitjob staatliche Hilfe. Steinhaus und Cornelsen zeigen: Das ist kein Naturgesetz. Es wäre gar nicht so schwer, das zu ändern — wenn man nur wollte.
Dann spreche ich mit Ulrich Schneider über sein neues Buch „Mutti, komma ans Fenster! Eine Arbeiterkindheit im Ruhrgebiet" (Westend, 2026). Schneider, 25 Jahre lang Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und bekanntester Soziallobbyist Deutschlands, erzählt diesmal keine Statistiken — sondern seine eigene Geschichte. Aufgewachsen in Oberhausen, Sohn eines Mannesmann-Maschinisten, der Schlamm schaufelte und erschöpft mit 61 Jahren starb. Ein Buch über Mütter, die alles zusammenhielten, über Väter, die früh verschlissen wurden, über Stolz, Solidarität und gebrochene Aufstiegsversprechen. Und über die Frage, was es mit einem Land macht, wenn es seine Arbeiterklasse vergisst.
Drei Gäste, ein roter Faden: Wer zahlt in diesem Land den Preis — und wer schaut weg?