Folge deinen Lieblingspodcasts, höre offline und im Auto mit CarPlay und Android Auto und mach immer dort weiter, wo du warst. Kostenlos ausprobieren.
Woop! Woop! Zuerst spreche ich mit der Historikerin Karen Hagemann, James G. Kenan Distinguished Professor an der University of North Carolina at Chapel Hill, über ihr monumentales Werk „Vergessene Soldatinnen. Frauen im Militär und in den Kriegen Europas seit 1600" (Suhrkamp, 2026). Kriege werden meist von Männern angezettelt — aber ohne Frauen können sie nicht geführt werden. Das war schon immer so. Trosserinnen, Krankenpflegerinnen, Flakhelferinnen, Kämpferinnen — Frauen waren über Jahrhunderte aktiv am Kriegsgeschehen beteiligt, und doch erinnert sie kaum jemand. Hagemann schließt mit diesem Opus Magnum eine riesige Gedächtnislücke: Anhand unzähliger Selbst- und Fremdzeugnisse macht sie die weiblichen Kriegserfahrungen lebendig — und fragt, warum es über alle Länder- und Systemgrenzen hinweg nie gelungen ist, ihre aktive Rolle angemessen zu erinnern. Ein Standardwerk.
Dann kommt Achim Wohlgethan, Ex-Fallschirmjäger, Afghanistan-Veteran und Insider des Deutschen Bundeswehrverbandes, mit seinem Buch „Blackbox Bundeswehr. Die 100-Milliarden-Illusion — Was unsere Truppe jetzt wirklich braucht" (Econ, 2023). Die Zeitenwende ist ausgerufen — aber in der Truppe angekommen ist sie nicht. Wohlgethan kennt die Sorgen der Soldatinnen und Soldaten aus erster Hand: kaputte Ausrüstung, dysfunktionale Beschaffung, Versagen bei der Nachwuchsgewinnung, katastrophaler Umgang mit Veteranen. 100 Milliarden sind ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn das System dahinter nicht funktioniert. Ein schonungsloser Insiderbericht — und eine konstruktive To-do-Liste für die Politik.
Zwei Bücher, ein roter Faden: Was schuldet eine Gesellschaft denen, die für sie kämpfen — gestern und heute?