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In dem Gespräch stellt sich Prof. Dr. Dagny Holle-Lee als Neurologin und Leiterin des Westdeutschen Kopfschmerz- und Schwindelzentrums in Essen vor. Sie berichtet über ihren Weg aus Wiesbaden und Mainz in die Kopfschmerzmedizin und erklärt, dass sie sich vor allem wegen der Vielseitigkeit der Migräne für dieses Thema begeistert.
Dagny behandelt die Migräne auch bei Kindern und Jugendlichen. Sie betont, dass die Diagnose im Kindesalter oft zu spät oder gar nicht gestellt wird, weil Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit oder Rückzug nicht direkt als Migräne erkannt werden. Sie beschreibt typische Hinweise wie Lichtempfindlichkeit, Reizempfindlichkeit, Blässe, Bedürfnis nach Ruhe und einen starken Tagesrhythmusbedarf.
Zur Diagnostik sagt sie, dass vor allem die Anamnese und die körperliche Untersuchung wichtig seien. Kopfschmerztagebücher können zur Orientierung helfen, müssten aber nicht übergenau geführt werden. Bei einigen älteren Kindern und Jugendlichen hält sie je nach Verlauf auch weitere Abklärung wie ein MRT oder Blutuntersuchungen für sinnvoll.
Bei der Behandlung nennt sie zunächst regelmäßigen Tagesrhythmus, genug Pausen, angepasste Dosierung von Schmerzmitteln und Magnesium. Für die Akuttherapie hält sie auch Triptane bei Jugendlichen für eine Option, teils off-label. Gegen Übelkeit und Erbrechen nennt sie zusätzliche Medikamente. Wichtig sei, den Schmerz früh zu durchbrechen.
Für die Prophylaxe nennt sie Propranolol als zugelassenes Medikament, erwähnt aber auch Amitriptylin, CGRP-Antikörper und in bestimmten Fällen Botox als weitere Möglichkeiten. Sie sagt, eine vorbeugende Therapie sei sinnvoll, wenn die Migräne den Alltag, die Schule oder die Lebensqualität deutlich beeinträchtigt.
Am Ende spricht sie über Auslöser und Begleitfaktoren wie Schlaf, Belastung, Sport und hormonelle Veränderungen. Sie betont, dass Migräne auch zwischen Attacken die Reizverarbeitung im Gehirn beeinflussen kann und dass Aufklärung für Kinder, Eltern und Schulen besonders wichtig ist.
Die in diesem Podcast besprochenen medizinischen Themen und Antworten dienen ausschließlich der allgemeinen Information und gesundheitlichen Aufklärung. Sie ersetzen keine individuelle ärztliche Untersuchung, Diagnosen oder Behandlungen. Bei persönlichen Beschwerden oder gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre behandelnde Ärztin oder Arzt.