KI-Neandertaler mit Malcolm Werchota
KI-Neandertaler mit Malcolm Werchota · 23. Sept. 2026 · 23:11
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Vor ein paar Tagen brauchte man für einen Angriff auf hundert Firmen noch ein ganzes Team. Jetzt reichen eine Person, drei KI-Modelle und rund 8.000 Dollar — Beute: über 600.000 Kreditkartendaten. OpenAIs Mathematik-Modell hat nicht nur Navier-Stokes geknackt, sondern gleich weitere hundert offene Probleme, und das Tempo hat OpenAI selbst überrascht. Und British Columbia verklagt OpenAI und Sam Altman persönlich, weil das eigene Sicherheitsteam acht Monate vorher Alarm schlug — und niemand die Polizei rief.
Heute aus Basel. Fähigkeit, Infrastruktur und Verantwortung — und der Abstand dazwischen.
In dieser Folge:
🌑 Ocean's One, mit drei Chatbots (01:43) — Forbes berichtet über einen chinesischsprachigen Angreifer, der bis zu 100 Organisationen ins Visier nahm. Nicht mit einem Modell, sondern mit dreien: DeepSeek, Kimi von Moonshot und einem älteren Claude. Über 600.000 Kreditkartendaten erbeutet. Gambit Security schätzt die Kosten der gesamten Operation auf rund 8.000 Dollar — ungefähr ein teurer Urlaub. Dass Kriminelle KI nutzen, ist nicht neu. Neu ist, dass KI den ganzen Betrieb skaliert, nicht nur eine Aufgabe darin.
🌑 Die Mathematik — und warum die Mathematiker nicht jubeln (06:49) — meine Gattin hat einen Doktor in Mathematik, ich habe da ein Faible. Am 28. August begann OpenAI ein internes Modell speziell für Mathematik zu trainieren. Navier-Stokes hatten wir schon. Jetzt kommt heraus: weitere hundert seit Jahrzehnten offene Probleme, gelöst. Man würde Begeisterung erwarten. Aber denkt es von deren Seite: Eine ganze Karriere kann aus einem einzigen Problem in einem einzigen Feld bestehen — und ein Labor, das es vor wenigen Jahren noch nicht gab, knackt sie jetzt seriell. (Meine Frau kam übrigens mitten in dieser Geschichte ins Hotelzimmer. Ich habe es drin gelassen.)
🌑 British Columbia verklagt OpenAI — und Altman persönlich (12:43) — hier ändert sich der Ton, denn es geht um Kinder, die gestorben sind. Am 21. September reichte die kanadische Provinz vor einem Bundesgericht in Kalifornien Klage ein. Es geht um den Amoklauf in Tumbler Ridge im Februar: acht Menschen tot, die meisten Opfer Kinder, die Täterin starb ebenfalls. Der Vorwurf: Das Konto der Täterin fiel bereits im Juni 2025 auf — acht Monate vor der Tat. OpenAI sperrte es wegen verstörender Gespräche über Waffengewalt. Und laut Klage hielt das eigene Sicherheitsteam die Gefahr für glaubwürdig genug, die Polizei zu informieren. Es geschah nicht.
🌑 Full-Stack-KI — und warum Alibaba der Erste ist (17:46) — stellt euch einen Apple-Laptop vor, mit KI-Chip, und auf dem Chip liegt schon das Modell. Gibt es noch nicht. Aber Alibaba hat auf der Konferenz in Hangzhou den Zhenwu V900 vorgestellt — dreimal so leistungsfähig wie die Vorgängergeneration. Qwen 4 ist bereits im Training, Qwen 4.5 und 5 könnten auf 5 bis 10 Billionen Parameter kommen. Mehr Parameter heißt nicht automatisch mehr Intelligenz — aber Alibaba sagt eben nicht "dann brauchst du noch einen NVIDIA-Chip und dann die Cloud und dann". Eine Firma. Chips, Cloud, Modelle, Agenten.
🌑 Drei Dinge für Führungskräfte (20:52) — warum wir aufhören müssen, KI nur als Software zu betrachten.
Bleibt neugierig. Bleibt menschlich.
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