Dann verbringt man ungefähr zwanzig Jahre damit, genau diese Dinge irgendwie mitzugeben.
Und plötzlich steht dieses Kind am Flughafen und fliegt für drei Monate nach Ghana.
**Mist. Die Erziehung hat funktioniert.**
In dieser sehr persönlichen Folge geht es ums Loslassen – aber vielleicht noch viel mehr darum, was danach mit uns Müttern geschieht.
Denn während unsere Kinder beginnen, ihre eigene Welt zu erobern, fallen bei uns oft gleich mehrere Veränderungen zusammen: Die Kinder brauchen uns weniger, der Körper verändert sich, die Wechseljahre beginnen, die eigenen Eltern werden älter – und irgendwann taucht eine ziemlich ungewohnte Frage auf:
**Wer bin ich eigentlich, wenn mich gerade niemand braucht?**
Ich erzähle, warum ich den Begriff «leeres Nest» inzwischen ziemlich unpassend finde, was Vertrauen mit dem Verlust von Kontrolle zu tun hat und weshalb bei mir ausgerechnet jetzt Dinge aus meiner Jugend zurückkehren: Musik, Pferde und Seiten von mir, für die lange weniger Platz war.
Wir müssen unsere Kinder gar nicht festhalten, wenn sie fliegen.
Wir dürfen ihnen sagen:
**Geh du. Ich kümmere mich um mein Leben.**
Das ist eine der grossen Aufgaben dieser Lebensphase – für unsere Kinder und für uns selbst.