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LiteraturPur #74: «Nennt mich Wellenkamm» hinter diesem rätselhaften Titel verbirgt sich ein Klimaroman der besonderen Art. Der Autor Christoph Keller, auch bekannt als Journalist und Produzent des Klimapodcasts «tre!bhaus», hat sich dafür eine Influencerin – Amiy – als Hauptfigur ausgesucht. Er hat aber keine Dystopie geschrieben sondern einen Klimaroman, der Hoffnung macht. Die Klimakrise kann zwar nicht verhindert werden, sie kommt und sie ist heftig, aber danach könnte es ein neues, anderes Leben geben. Sieben Menschen auf einem kleinen Segelboot erzählen je eine Überlebensutopie. Und Amiy verbreitet sie unter ihren Followern. Die Botschaft: Menschen müssen, wenn sie überleben wollen, ihr Verhalten ändern. Und da sind nun ganz andere Werte wichtig. Stichwort: New Care Economy. Was er genau darunter versteht, darüber habe ich mit Christoph Keller diskutiert. Und wir reden auch über zivilen Ungehorsam. Kleine Verweigerungen, die umsichgreifen und die nötigen Veränderungen anstossen. Zuerst aber muss Amiy regelrecht aus ihrem luxuriösen Influencerleben herauskatapulitert werden. Und das tut sie, als sie mitten in der Nacht, nach dem dritten Gin Tonic, aus Versehen von einem Luxusdampfer ins Meer stürzt.
Christoph Keller, «Nenn mich Wellenkamm», Rotpunkt Verlag