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„Wir sitzen auf einer Scholle, die schmilzt. Wir können an alten Strukturen festhalten und darum kämpfen, wer als Letzter darauf stehen bleibt. Oder wir lernen schwimmen, helfen uns gegenseitig und gestalten den Wandel. Der Prozess ist nicht mehr aufzuhalten.“ Mit diesem Bild beschreibt Anja Knoll weit mehr als nur die aktuelle Marktlage. Die Geschäftsführerin der TINGLEV Elementfabrik, die mit Blähton baut, spricht über Innovation, Führung und den Mittelstand, über den Mut, gewohnte Denkmuster zu hinterfragen, und darüber, warum aus ihrer Sicht nicht fehlende Ideen das Problem sind, sondern fehlender Raum, sie auszuprobieren. Außerdem erklärt sie, weshalb serielles Bauen bis heute missverstanden wird.
Jedes Gespräch mit Anja ist immer ein Genuss, weil sie so genau eben nicht nur die Branche seziert, sondern sich mit Philosophie beschäftigt, mit Führungskultur, ihren Mitmenschen, dem gesellschaftlichen Miteinander. Sie wirbt für mehr Eigenverantwortung, eine gelebte Fehlerkultur und einen anderen Blick auf den Wandel. Ihr Appell lautet: „Wir erzählen uns derzeit in Deutschland lieber, warum es nicht geht. Wir verwenden unglaublich viel Energie darauf, warum etwas nicht geht, statt es einfach auszuprobieren.“